Was Moderatoren*innen so im Netz treiben (sollten/könnten)

Warum haben Moderatoren*innen eigentlich Konten bei sozialen Medien? Haben die sich das schonmal gefragt? twitter-account mit den Namen einzublenden ist ja mächtig beliebt. Doch geht man dann mal auf diese Accounts findet man eine Menge Beliebigkeit, ungenutzte Kanäle oder unbeliebte Kanäle.

Die tagesschau hat das Format „#hassel“ – freundlicherweise heißt es on-screen dann „Hashtag #Hassel“ für alle, die noch im damals leben – entwickelt. Eine Journalistin aus dem Hauptstadtstudio interviewt die HSB-Leiterin Tina Hassel mit Fragen, die ihr live in den sozialen Medien gestellt werden (komischerweise liest sie die von einem Papier ab). Gut. bildschirmfoto-2016-09-20-um-11-49-50Früher hieß das „Deppendorfs Woche“ und da wurde noch eins-zu-eins konservativ am Spreeufer o.ä. interviewt. Hier gibt es nun ein interaktives Webformat, dass schnell reagiert und in dem die Journalistin mit spontanen Fragen auch Kompetenz beweisen muss. Finde ich gut. Die twitter-Accounts von Tina Hassel und Tamara Anthony werden natürlich eingeblendet. Tina Hassel ist recht aktiv auf twitter. Der letzte tweet von Frau Anthony hingegen ist 14 Tage alt (am Beobachtungstag). Darüber kann man denken, was man will. Aber ich denke, dass Moderatoren durchaus ein Parallelleben im Netz haben sollten, wenn sie in Webformaten auftreten oder Formate bedienen, die sich interaktiv geben. Das bildet Kompetenz, bindet Publikum und schafft Aufmerksamkeit. Ansonsten wird der Link zum twitter-Konto etwas beliebig.

Und es kann funktionieren, dass Moderatoren*innen begleitend und unterstützend im Netz unterwegs sind. Schauen wir doch mal heuteplus an. Ich mag die Sendung. Sie ist modern, schafft es Elemente aus der haptischen bildschirmfoto-2016-09-20-um-12-15-02Welt mit denen aus Fernsehen und Internet zu verbinden. Und Moderator Daniel Bröckerhoff schafft das gleichzeitig auch außerhalb der Sendezeiten. Er ist auf Instagram, Snapchat, nutzt (mit dem Sender) Periscope und bedient auch noch alle Kanäle aktuell und regelmäßig. Obwohl in Vergleich mit dem HSB der ARD sicher eine kleinere Nummer ist er längst im Internet eine größere als etwa Tina Hassel. Gut, heuteplus ist nicht quotenverwöhnt – aber irgendwie muss man ja mal anfangen.

Sender und Moderatoren*innen müssen viel mehr Bereitschaft zeigen, im Netz aktiv zu sein. Begleitend, ergänzend, mit eigener Meinung und technisch kompetent lassen solche Moderatoren*innen ihre moderne cross-over-Sendeformate gleich viel realistischer erscheinen. Alles andere wirkt eher nach „auch was mit Internet und sozialen Medien machen“. Gerade jetzt wo alle Sender diskutieren (oder gerade nicht), wie man denn nun das mit dem eigenen Programm und dem Internet verknüpft.

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